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Alpenverein Trier


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Tourenberichte

 

Watzmann Überschreitung

Gar grausam herrschte König Watzmann mitsamt seiner Familie über die Untertanen. Wenn es der königlichen "Saubande" beliebte, quälte sie Mensch wie Tier. Eines Tages fiel sie über eine Almhütte her, die königlichen Bluthunde zerfleischten eine brave Bauersfamilie. Die Altbäuerin verfluchte noch im Sterben den Watzmann und die Seinen. Seitdem stehen sie zu Stein erstarrt… ¹

So erzählt es die Legende und als zweithöchstes Gebirgsmassiv Deutschlands lockte König Watzmann mit seinen 2713m auch uns in die Berchtesgadener Alpen. Die Überschreitung, weithin als Königstour bezeichnet, sollte es werden und so starteten wir unter Miras Leitung (Danke!) in Schönau am Königssee unsere Tour.

Die lohnenswerte Fahrt mit dem Elektroboot über den tiefgrün schimmernden See gewährte uns trotz verhangener Berge einen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten vor Ort. Wer Bedarf hat kann hier heiraten, sich scheiden lassen, sich seiner Schwiegermutter entledigen oder mit dem Edelwasser² trinkenden Kapitän anbandeln. Schließlich handelt es sich beim Königssee um den tiefsten und saubersten See Deutschlands. Auch eine Kostprobe des berühmten Echos vom Königssee durfte da nicht fehlen.

In St. Bartholomä angekommen folgten wir dem Uferverlauf ein kurzes Stück und stiegen bei subtropischen Temperaturen über den steilen Rinnkendlsteig und die Archenkanzel hinauf zur Kühroint-Alm (1409m). Zeigten sich König Watzmann und die umliegenden Berge weiterhin schüchtern verhüllt, so konnten wir auf diesem Weg dennoch immer wieder die herrliche Aussicht auf den Königssee genießen.

Von dort aus führte uns der Weg schließlich zum Ausgangspunkt der Überschreitung, dem Watzmannhaus (1930m), das mit seiner Lage fantastische Weitblicke in die umgebenden Berge bietet.

Der nächste Morgen präsentierte sich sehr frisch und mit Aussicht auf Regen um die Mittagszeit. Bei kaltem Wind stiegen wir über den alpinen Steig zum Hocheck (2651m) auf, wo die eigentliche Überschreitung beginnt. König Watzmann zeigte sich weiterhin königlich verstimmt, hüllte sich konsequent in Nebel und gewährte uns weder einen Blick über die legendäre Watzmann-Ostwand zum Königssee noch andere Tiefblicke.

Das Auf und Ab der Überschreitung auf dem schmalen Grat über die Mittelspitze (2713m) bis zur Südspitze (2712m) erfüllte mit seinen teilweise extrem schmalen, oft ungesicherten und sehr ausgesetzten Stellen dennoch mein Bergsteigerherz und machte die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Mit dem Erreichen der Südspitze ist diese Tour allerdings noch nicht beendet. Über teilweise losen Schotter, teilweise befestigte schmale Wege, jedoch immer steil, führte uns der anspruchsvolle Abstieg über vier Stunden ins Wimbachtal zur Wimbachgrieshütte, wo wir noch einmal übernachteten. Noch nie hat ein Schnitzel so gut geschmeckt, wie an diesem Abend!

Nächstes Wochenende müssen wir diese doch recht anspruchsvolle Tour nicht wiederholen, das war die einhellige Meinung. Aber das Ganze noch einmal mit Aussicht genießen … wer weiß?! Vielleicht ist König Watzmann dann gnädiger gestimmt und gewährt uns weitere Einblicke in sein Reich.

Britta Fickenscher

 

Teilnehmer (Mira, Belinda, Diana, Hubertus, Bärbel, Guido, Britta)

Tourdaten:

Tag 1 ↑1330 Hm

Tag 2 ↑783 Hm ↓1386 Hm

Tag 3 ↓700 Hm

 

¹ Quelle: Faltblatt "Bergerlebnis Watzmann" DAV München Oberland

² gewöhnlich als "Bier" bezeichnet

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