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Alpenverein Trier


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Tourenberichte

 

Monte Rosa

Auf dem Truc Blanc,
 Blick Richtung Mont Blanc Massiv

Ende Juli hieß es Abschiednehmen von Alltag, Komfort und Stadt und rauf in die Freiheit, Erhabenheit und Schönheit der Berge.

Am 21.7.19 reisten wir bis Surier/Uselères am Ende des Val Grisenche 1785 m mit dem Auto an und stiegen gemeinsam in 2h zum Rifugio Bezzi (2284m) auf. Dort angekommen, badeten wir mutigen Unterländer im sehr flachen See unterhalb der Hütte. Abends übten wir gemeinsam wichtige Knoten.  Von dieser Hütte starteten unsere Akklimatisationstouren die folgenden Tage.

Am Nächsten Morgen stiegen wir zur Becca de la Traversiere (33337m) auf, zunächst auf dem blumen- und kräuterreichen Weg zum Col Bassac Dere mit einer Variante über den Giaretta Gletscher, wo wir das Gehen mit Steigeisen geübt haben. Über einen brüchigen Felsriegel ging es auf zum Kamm und zuletzt auf dem Normalweg zum Gipfel. Trotz Wolken hatten wir vom Gipfel eine Rundsicht auf die Vanoise, den Gran Paradiso und sogar auf das Matterhorn und Monte Rosa.  Der Abstieg auf dem Normalweg über Col Bassac Dere (3083m) zog sich länger als erwartet, die brüllende Hitze und der schattenlose Weg machte manchen ein wenig zu schaffen. Insgesamt waren wir ca. 10 h unterwegs. Unsere Müdigkeit ward schnell vergessen, denn der wunderschöne Weg führte uns von einer frühsommerlichen, grünen Idylle an unzähligen Wasserfällen und Bächen zu einer Stein-, Fels-, Eis- und Schneewüste hoch auf den Gipfel und wieder zurück. Besonders schön an dieser Bergregion waren die verschiedenen Steinfarben, von grün über Quarz, rot, schwarz, gelb und grau...

 

Am 23.7. stiegen wir an der orographisch linken Talseite zum Col Vaudet (2830m), von dort auf dem schottrigen Nordrücken  Richtung Cima Suessa (3420m) auf. Der Besteigungsversuch endete allerdings auf ca 3000m, da nirgends im äußerst brüchigen und ca. 40°steilen Schuttfeld die Wegspuren für die mehrere hundert Meter lange Querung erkennbar waren. Wir kehrten um und genossen auf dem Col Vaudet unsere Brotzeit und den Ausblick. Unsere Füße wurden mit Fettsalbe und Tape für den kurzen Abstieg bis ca 2700m gewappnet. Danach starteten wir mit leichtem Gepäck einen weglosen Aufstieg über Wiesen und Schrofen von Nordosten her zum Col Vaudet bis zu einem Kamm auf ca 2870 m. Dort war ein weiteres Mal früher Endstadtion als geplant, denn vom geplanten Berg trennte und eine Bergwand... Leonie und Ulf nutzen die Pause um zu bouldern, wärend die anderen Faulpelze sich ausruhten.  Auf dem Rückweg zur Hütte badten einige Teilnehmer in einem laut Jürgen zu eisigen See auf ca 2600m, dessen kristallklares Wasser uns nur so verzückte.

Der folgende Tag war der schönste und lustigste auf der Tour . Nach einem Aufstieg zum Lago di San Martino (2720 m), wanderten wir weglos über Moränenkämme und Schuttebenen zu einem kleinen Gletscher nördlich der Punta Bassac Nord. Auf dem Eis übten wir erneut das Gehen mit Steigeisen, das Stufenschlagen und Setzen von Eisschrauben. Dann ging es über Firn zu einem Pass (ca 3240 m) und über Geröll und ein langes Schneefeld zum Truc Blanc (3405m). Die lange (>1h) Gipfelrast war von einer guten Sicht zu Gran Paradiso und Mont-Blanc Massiv geprägt. Beim Abstieg began der Spaß so richtig, den alle außer Jürgen rutschten auf Hosenboden/ Rucksack/ Regenschutzhülle oder schlugen Purzelbäume über Schneefelder einige hundert Höhenmeter hinab. Alle Steinleute schwimmen im eisig kalten Lago di San Martino. Nach Rückkehr zur Hütte machten wir gemeinsam Gymnastik auf der Wiese.

Am 25.7. stiegen wir nach Surier in ca 1.40 h ab und fuhren übers Aostatal ins Val Gressoney, wo es mit der Seilbahn zur Punta Indren (3280 m) ging. Dort haben wir ca. 1h wegen eines heftigen Unwetters mit Hagel gewartet, dann ging es in ca. 45 min über Blöcke, Firn und z.T. versicherten Seig durch Flanke zur Rifugio Citta di Mantova (3498m). Von dort machten wir einen Abstecher zum Rifugio Gnifetti (3625 m).

Grenzgletscher mit Signalkuppe (links) und ParrotspitzeAm nächsten, lang erwarteten Tag nach kurzer Nacht stiegen wir über den Lysgletscher, das Lsyjoch und unter der Parrotspitze querend zum Colle Gnifetti und dann über den N-Hang in 4,5 h auf die Signalkuppe (4554m), wo wie in der Cabanna Margherita einkehrten.  Kurz  nach Beginn des Abstiegs begann es zu graupeln,  das Wetter bessert sich zum Glück aber wieder und so nehmen wir noch die Ludwigshöhe (4342m)  mit, die oben einen kurzen Steilaufschwung im Eis bot. An der Christusfigur des Balmenhorns vorbei stiegen wir zur Mantovahütte ab, wo es keine 10 Mintuten später zu gewittern begann. 

Der letzte Tag war vom Abstieg bis ca 3350m und anspruchsvollen und zügigen Aufstieg über den steilen Indrengletscher in ca 2,5h zur Punta Giordani 4046m geprägt. Der Zeitdruck wegen der letzten Bergbahn vor der Mittagspause saß uns im Nacken. Der Abstieg bzw. das Abrutschen auf der Regenschutzhülle zur Punta Indren Seilbahnstation ging flott, allerdings war die Station durch den sehr dichtem Nebel kaum zu finden. Nach der Talfahrt aßen wir gemeinsam zu Mittag. Danach trennten sich unsere Wege: Jürgen übernachtete in Staffa und fuhr am 28.7. via Lago Maggiore und San Bernadino Pass nach Ulm, während die Steinleute zusammengedrängt in einem bis oben bepackten Auto nach Trier fuhren, wo wir Ulf für ein paar Tage beherbergten, bevor er nach Oldenburg, seinem Zuhause, fuhr.

 

Wir danken Jürgen und dem DAV für das Ermöglichen dieser tollen Hochtour!

Leonie Steinmann

 

Jürgen Steffgen und die fünf Steinleute: Annika,
 Dierk,
 Max und Leonie Steinmann und Ulf Kirstein

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